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Heckenpflanzen – Eine Hecke für jeden Zweck

Als Heckenpflanzen kommen ganz unterschiedliche Gehölze aus den Bereichen der Nadel- und Laubhölzer und selbst blühende Sträucher zum Einsatz. Allen gemeinsam ist jedoch die gute Schnittverträglichkeit, die sie für diesen Zweck wertvoll macht. Typische Heckenpflanzen können Sie daher immer in gewissem Umfang auf die gewünschte Höhe und Breite schneiden.

 

Bedeutung und Funktion von Heckenpflanzen

Heckenpflanzen erfüllen in der Garten- und Landschaftsgestaltung vielfältige Aufgaben. Einerseits sind sie natürlich dekorative Pflanzungen mit hohem Zierwert. Andererseits besitzen sie aber auch ökologische Funktion.

 

Der Zierwert von Heckenpflanzen 

Gut gepflegte Hecken besitzen einen unglaublichen Zierwert und können Grünflächen enorm bereichern. Bestes Beispiel hierfür ist der Englische Garten, der als Gestaltungskonzept die Heckenkultur wahrlich perfektioniert hat. Hohe Heckengehölze dienen hier nicht nur als natürliche Elemente zur räumlichen Strukturierung des Gartens. Ebenso fungieren sie als dekorative Kunstgehölze.

Man denke nur an die legendären Heckenlabyrinthe des Englischen Gartens, die durch geschickte Anordnung und Schnittführung den Eindruck eines in sich geschlossenen Wegsystems erzeugen. In sehr weitläufigen Englischen Gärten ersetzen Heckenpflanzen sogar Mauerwerk vollständig und kreieren so kleine grüne Zimmer im Freien. Niedrige Hecken dienen dagegen in Gartenkonzepten wie dem Bauerngarten sogar als Beeteinfassung.

Des Weiteren faszinieren viele Hecken auch durch besonderen Blattschmuck oder Blütenzierde. Ihr Antlitz verändert sich mit den Jahreszeiten, wobei manche Heckenpflanzen gerade im Herbst ein buntes Blattwerk mit seltenen Rot- und Violett-Tönen entfalten. Im Frühling zeigen die Heckengehölze dagegen ihre Blütenpracht. Und im Sommer und Winter sprießen an zahlreichen Hecken dekorative Beerenfrüchte. Die sind zwar häufig nicht essbar, dafür aber umso ziervoller.

 

Heckenpflanzen als Lärm- und Schichtschutz

Wer Privatsphäre und erholsame Ruhe im Garten schätzt, dem können Heckenpflanzen als Sicht- und Lärmschutz dienen. Sehr hohe, blickdichte Hecken gewährleisten völlige Ungestörtheit im heimischen Grün und bewahren Besitzer vor neugierigen Blicken. Gerne gepflanzt werden Hecken deshalb als Grundstücksbegrenzung und grüne Alternative zum Gartenzaun.

Gleichwohl fangen kompakte Heckenpflanzungen auch Lärm ab. Gerade dann, wenn Gärten an belebten Straßen liegen, ist das eine wahre Wohltat für die Sinne. Mehr noch, können Hecken auch die Luftqualität im Garten verbessern, indem sie Staub, Schmutz und Abgase zurückhalten.

 

Hecken als Tierschutzgehölze

Eine besondere Bedeutung kommt Heckenpflanzen mit Blick auf den Tierschutz zu. In der Regel gelten sie nämlich als Vogelschutzgehölze, in denen sich Gartenvögel immer gerne einquartieren und Zuflucht finden. Auch Kleintiere wie Igel schätzen die Abgeschiedenheit des Heckendickichts und ziehen sich gerne darin zurück. Speziell im Winter dienen die Früchte vieler Hecken Gartentieren zudem als wertvolle Nahrungsquelle.

 

Immergrüne Pflanzen für die Hecke

Bei den Hecken bevorzugen viele Menschen die immergrünen Pflanzen, denn sie bieten auch im Winter einen guten Sichtschutz und sorgen in den Wintermonaten für ein wenig Grün im Garten. Sehr beliebt sind daher:

 

Meist handelt es sich bei den immergrünen Heckenpflanzen um Nadelgehölze, es gibt jedoch auch einige Laubhölzer wie den Kirschlorbeer und den Liguster, die ihre Blätter im Herbst nicht abwerfen. Welcher Gattung Sie den Vorzug geben, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Unabhängig von Ihrer Wahl müssen Sie aber bei allen immergrünen Pflanzen darauf achten, dass sie auch im Winter ausreichend Wasser benötigen, damit sie keinen Trockenschaden erleiden. In dieser Hinsicht sind die sommergrünen Sträucher daher etwas pflegeleichter.

 

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Eine der beliebtesten Heckenpflanzen der Welt: der Lebensbaum alias Thuja | © Das Grüne Archiv

Blühende Sträucher als Heckenpflanzen

Bei den sommergrünen Sträuchern haben Sie zwar den Nachteil, dass Ihre Hecke im Winter nicht ganz so schön aussieht, zum Ausgleich bilden diese Sträucher aber sehr schöne Blüten.

Wenn Sie gerne eine blühende Hecke anlegen möchten, können Sie hierfür eine größere Anzahl gleicher Pflanzen verwenden oder Sie kombinieren verschiedene Blühsträucher miteinander. Letztere Variante bietet den Vorteil, dass Sie Sträucher mit verschiedenen Blütenfarben und Blütezeiten auswählen können. So blühen die einzelnen Sträucher Ihrer Hecke nacheinander. Beliebte Blütensträucher für eine Hecke sind:

 

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Gerade im Frühling ein echter Blickfang: die Forsythien-Hecke | © Das Grüne Archiv

Arten von Schutzhecken

Je nachdem, welchen Zweck eine Schutzhecke erfüllen soll, bieten sich unterschiedliche Heckengrößen und Heckenarten an. Ein paar Orientierungshilfen:

 

Hohe Hecken als Sicht- und Lärmschutz

Für eine sehr hohe Hecke, die einen entsprechend guten Sicht- und Lärmschutz bietet, eignet sich der sehr gut. Er wächst zudem sehr schnell und hat daher je nach Sorte innerhalb weniger Jahre eine Höhe von mehreren Metern erreicht. Bambus können Sie einfach wachsen lassen, damit er seinen typischen Wuchs behält. Wenn er aber auch im unteren Bereich sehr dicht werden soll, sollten Sie ihn immer wieder ein wenig einkürzen, damit sich weitere Verzweigungen mit vielen Blättern bilden.

 

Niedrige Hecken als Beeteinfassung und Vogelschutzgehölz

Eine heimische Pflanze, die ebenfalls sehr schnell wächst, ist der Feldahorn. Er verliert zwar im Herbst sein Laub, bildet aber so viele Äste in seinem Inneren, dass Sie im Winter kaum durch ihn hindurchsehen können. Aus diesem Grund wird eine Hecke aus Feldahorn gerne von vielen Vogelarten als Nistplatz genutzt. Und auch Liguster und Buchsbaum wachsen gemeinhin sehr kompakt. Als Futterquelle für Vögel im Winter ist zudem der Feuerdorn hervorragend geeignet.

Für eine niedrige Hecke ist der Buchsbaum gut geeignet. Diese Pflanze verwendete man schon in den alten Klostergärten zur Einfassung einzelner Bereiche. Auch die Berberitze ist in vielen niedrig bleibenden Sorten erhältlich. Sehr dekorativ wirkt natürlich eine kleine blühende Hecke. Hierfür können Sie vielerlei Pflanzen wie den Fingerstrauch, die Kriechspindel oder den Lavendel verwenden.

 

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Kompakt und blickdicht: die Buchsbaumhecke | © Das Grüne Archiv

 

Die Hecke als Schutz vor Tieren

Vor allem in ländlichen Gegenden kann eine Hecke auch den Zweck erfüllen, Tiere vom Grundstück fernzuhalten. Für diesen Zweck eignen sich die Pflanzen mit Stacheln und Dornen sehr gut. Typische stachelige Heckenpflanzen sind der Ilex und die Berberitze, die im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Sauerdorn bekannt ist.

Bei beiden Pflanzen bilden sich im Herbst dekorative Beeren, die den Vögeln im Winter als zusätzliche Nahrung dienen. Die Beeren des Ilex sind für Menschen allerdings giftig, deshalb ist diese Heckenpflanze für Haushalte mit kleinen Kindern nur bedingt zu empfehlen.

 

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Schön, aber sticht: Berberitze bildet spitze Dornen aus | © Das Grüne Archiv

Die wichtigsten Heckenpflanzen im Überblick

 

Fazit

Bei der Anlage einer Hecke haben Sie äußerst viele Möglichkeiten. Wählen Sie Ihre Pflanzen aber nicht nur nach ihrem Aussehen, sondern auch nach ihren Ansprüchen aus. Je besser die Bedürfnisse der Pflanzen mit den Standortbedingungen übereinstimmen, desto schöner wird Ihre Hecke später sein.

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