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Herbstkräuter: Übersicht und Wirkung

Der Herbst markiert nicht nur die Haupterntesaison einer Fülle an Obst- und Gemüsesorten. Auch zahlreiche Herbstkräuter werden in der goldenen Jahreszeit geerntet. Neben Blattkräutern sind es dabei vor allem Baumkräuter und Beerenkräuter, denen im Herbst eine übergeordnete Bedeutung zukommt.

 

Beeren als klassische Herbstkräuter

In den Herbstmonaten stehen bekanntlich eine Reihe an Erntefesten an. Neben dem Erntedankfest und dem amerikanischen Thanksgiving gehören hierzu auch keltische Erntefeste wie Mabon und Samhain. Letzteres ist als Ursprungsfest von Allerheiligen und des von Kindern heißgeliebten Halloween bekannt. Allerdings bezeichnete Samhain darüber hinaus auch das keltische Neujahrsfest sowie das Fest der Beerenernte.

Die Druiden der Kelten nutzten Beerenfrüchte sehr umfangreich als Heil- und Ritualkräuter. Und damit waren sie nicht alleine. Ob die Medizinmänner Afrikas, die Schamanen der Indianer oder die Heilkundigen anderer Naturvölker der Welt – sie alle wussten schon sehr früh um die außergewöhnliche Heilwirkung so mancher Beere.

 

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Kultbeere im Herbst: Crannberry | © Das Grüne Archiv

Zu den wohl wichtigsten Wirkstoffen von Beeren gehören die sogenannten Anthocyane. Dabei handelt es sich um rot bis rotviolett und blau färbende pflanzliche Farbstoffe, die gleichzeitig auch medizinische Wirkung besitzen. Vor allem ihre antioxidativen sowie antibiotischen Eigenschaften machen sie für die Medizinforschung hochinteressant.

Ebenfalls medizinisch relevant ist zudem der hohe Gerbstoff- und Vitamingehalt von Beeren, der sowohl im Herbst als auch im Winter eine wahre Bereicherung für das Immunsystem sein kann. Gleichwohl fällt bei vielen herbstlichen Beerenkräutern eine besonders herz- und gefäßstärkende Wirkung auf. Zu den Beeren mit besonders hohem Nähr- und Wirkstoffgehalt gehören dabei:

 

Heidelbeeren, Blaubeeren, Cranberries und Preiselbeeren

Eine besonders interessante Gruppe der Beerenkräuter bildet die Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium). Zu dieser gehören neben der Kulturheidelbeere nämlich auch Blaubeeren, Cranberries und Preiselbeeren. Gemeinsam ist den Beeren ihr hoher Gehalt an Anthocyanen, Vitamin C, B-Vitaminen und Vitamin E. Außerdem steckt auch eine Fülle an Mineralstoffen in den roten bis blauen Beerenfrüchten.

Der vielseitige Nährstoffmix ist für die außergewöhnliche, immunstärkende und antibiotische Wirkung der Heidelbeerarten verantwortlich. Gerade Cranberries werden diesbezüglich häufig in der Frauenheilkunde gegen Harnwegsinfekte angewendet. Denn der Cranberry Saft verhindert, dass sich Bakterien in den Harnwegen festsetzen und kann so die Infektion lindern.

Als pflanzliche Antioxidantien sind Heidelbeeren und hier insbesondere Blaubeeren gegen Herz- und Gefäßerkrankungen interessant. Auch fördern sie, ähnlich wie Preiselbeeren die Verdauung und können Darmbeschwerden entgegen wirken.

 

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In Sachen antioxidative Wirkung kaum zu schlagen: die Blaubeere | © Das Grüne Archiv

Aronia und Vogelbeere

Ähnlich den Heidelbeeren ist auch die als Apfelbeere bekannte Aroniabeere reich an Anthocyanen. Neben Cranberry Saft ist Aroniasaft darum das beliebteste Hausmittel gegen Harnwegsinfekte. Auch eine herz- und gefäßstärkende Wirkung wird der Aronia wiederholt nachgesagt.

Aroniabeeren weisen wie Heidelbeeren einen sehr herben und säuerlichen Geschmack auf. Man muss sie für den Verzehr darum meist mit etwas Zucker süßen. Sie eignen sich als Herbstkräuter deshalb hervorragend zur Herstellung von süßem Eingemachten wie Marmelade, Saft oder Beerenkompott.

Während die Schwarze Aroniabeere relativ leicht zu identifizieren ist, wird die Rote Aroniabeere gerne mit roten Vogelbeeren verwechselt. Diese sind im Herbst ebenfalls eine beliebte Zutat für Marmeladen und Konfitüre und wegen ihrem hohen Vitamin-A-Gehalt auch sehr gesund. Medizinisch genutzt werden allerdings eher die Blätter und Blüten der Vogelbeere. Als Tee zubereitet sollen sie gute Wirkung gegen Erkältungskrankheiten, Rheuma und Verdauungsbeschwerden zeigen.

 

Aronia, Apfelbeere, Aroniasaft
Gegen Harnwegsinfekte und als Zutat für süße Herbstrezepte: Aroniasaft | © Das Grüne Archiv

Brombeere und Schwarze Johannisbeere

Dass Beerenkräuter ganz klar die Riege der immun-, herz- und gefäßstärkenden Herbstkräuter gepachtet haben, beweisen auch die Brombeere und Schwarze Johannisbeere. Zwei weitere Beerenfrüchte, deren tiefschwarze Farbe auf einen hohen Anthocyangehalt zurück zu führen ist. Sowohl Brombeeren als auch Schwarze Johannisbeeren gelten dabei als ideale Grundlage für Säfte und Heilmittel gegen Bluthochdruck und Blutzucker. Und auch das Immunsystem profitiert von den vitaminreichen Beerenfrüchten.

Im Herbst werden Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren vor allem für Saft-, Marmeladen und Kuchenrezepte sehr gerne genutzt. Und auch roh kann man die schwarzen Beeren problemlos genießen. Rechnen muss man dabei aber ähnlich wie bei Blaubeeren und Heidelbeeren mit einer rot-violett gefärbten Zunge. Die Anthocyane in den Beeren färben nämlich recht intensiv, weshalb man bei der Verarbeitung dringend Flecken auf der Kleidung vermeiden sollte. Diese lassen sich nämlich nur schwer wieder entfernen.

 

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Drei in einem: Schwarze Johannisbeere ist immun-, herz- und gefäßstärkend gleichermaßen | © Das Grüne Archiv

Hagebutte und Weißdorn

Zu Verwechslungen kommt es bei den herbstlichen Beerenkräutern auch gerne mit Blick auf Hagebutten und Weißdorn. Zwei weitere beliebte Marmeladenbeeren, wobei die Hagebutte als Zutat für Hiffenmark deutlich bekannter sein dürfte als der Weißdorn Gelee.

Tatsächlich ähneln sich Hagebutte und Weißdorn nicht nur mit Blick auf ihre leicht ovale Beerenform und deren rote Farbe. Auch die Inhaltsstoffe der Beerenkräuter sind fast identisch und umfassen neben Vitamin C vor allem größere Mengen an Gerbstoffen, Flavonoiden und Flavonen. Als Energiespender, ebenso wie als Stärkungsmittel für Herz und Kreislauf sind daher beide Hage-Beeren wunderbar geeignet.

 

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Ein herbstliches Kultrezept aus der Marmeladenküche: Hiffenmark | © Das Grüne Archiv

Sanddorn und Kürbis

Den zur Herbstsaison passenden, farblichen Abschluss der Beerenkräuter liefern die orangen Beeren des Sanddorns und des Kürbis. Zugegeben die Kürbisbeere fällt als solche nicht sofort auf. Das hat sie im Übrigen mit ihren nächsten Artverwandten, der Zucchini, Gurke und Melone gemeinsam, die ebenfalls zu den Beerenfrüchten zählen.

Sieht man sich aber das Wirkstoffprofil von Kürbis an, so stellt man fest, dass er hervorragend zum Rest der herbstlichen Beerenkräuter passt. Von antioxidativen über entzündungshemmende bis hin zu antibakteriellen und wundheilenden Eigenschaften stecken in der orangen Riesenbeere so einige Heilwirkungen. Die Kürbisküche im Herbst hat also durchaus auch ihren gesundheitlichen Wert.

Speziell die wundheilende Wirkung teilt sich Kürbis diesbezüglich mit der ebenfalls orangen Sanddornbeere. Ihr wird eine so heilsame Wirkung auf die Haut nachgesagt, dass sie es sogar mit UV-Schäden der Haut aufnehmen kann. Das Geheimnis von Rezepten wie Sanddornsaft oder Sanddornöl liegt dabei im hohen Vitamin C Gehalt der Beeren.

 

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Oranger Immunboost im Herbst: Sanddornsaft | © Das Grüne Archiv

Herbstkräuter aus dem Bereich der Baumkräuter

Von Bäumen kann man im Herbst nicht nur bunte Herbstblätter sammeln. Auch so manche Baumfrucht und Baumrinde erweist sich in der goldenen Jahreszeit als recht nützlich. Das gilt insbesondere für die drei herbstlichen Kultbäume:

 

Wegen ihrem reichen Gehalt an Gerbstoffen, Flavonoiden und Mineralstoffen besitzen die Pflanzenteile der Laubbäume ungeahntes Potential. So wirkt Ahorn zum Beispiel entzündungshemmend, fieber- und blutdrucksenkend. Außerdem ist er als Grundlage für Ahornsirup in den Herbstmonaten auch für die Herbstküche unerlässlich.

Eichenrinde wiederum gilt nicht nur als entzündungshemmend, sondern auch als blutstillend und adstringierend. Dabei kann man die Rinde wunderbar für einen heilsamen Herbsttee verwenden und auch die Eicheln lassen sich rösten, mahlen und anschließend als Kaffeeersatz nutzen.

Geht es um Durchblutungsstörungen, so ist die Kastanie das Baumkraut Nummer eins. Ob Venenleiden, Wadenkrämpfe oder Ödeme, Kastanien, ebenso wie Kastanienblätter werden seit jeher zur Behandlung von Gefäßbeschwerden eingesetzt. Zudem dürfen im Herbst auch Esskastanien als leckerer und gesunder Snack nicht fehlen.

 

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Mehr als nur Herbstdeko: Eicheln und Eichenblätter | © Das Grüne Archiv

Herbstkräuter aus Blättern und Blüten

Im Bereich der Blatt- und Blütenkräuter ist das Wirkspektrum im Herbst breit gefächert. Von beruhigenden und schmerzlindernden über wundheilende und entzündungshemmende bis hin zu antibiotischen und atmenwegsbefreienden Herbstkräutern ist hier alles mit dabei. Zehn Klassiker sind hier besonders erwähnenswert:

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