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Ostara – Kräuter, Bräuche und Rezepte

Ostara ist nach Imbolc das zweite große Hochfest im keltischen Jahreskreis. Es wird zur Zeit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche, zwischen dem 20. und 23 März abgehalten und verstärkt die während Imbolc freigesetzte Energie des Frühlings. Die Natur ist nach dem kalten Winter endlich wieder zum Leben erwacht und feiert ihre Wiedergeburt. Gleichzeitig obsiegt das Licht der Sonne während Ostara über die Dunkelheit. Die Tage werden ab nun wieder länger und wärmer, was neben dem Frühlingsbeginn auch den Anfang der neuen Pflanzsaison markiert.

 

Das Fest der Göttin Eostre

Der Name des Festes Ostara leitet sich von der germanischen Göttin der Fruchtbarkeit, der Morgenröte und des Frühlings Eostre ab. Laut Legende ist sie die Tochter der Fricka und des Wotan und somit die Schwester des Donnergottes Donar. Dieser kämpfte einst gegen die Eisriesen und sein Sieg über eben jene steht symbolisch für den Triumph des Frühlings über den Winter. Gemeinsam mit Eostre kündigt Donar darum im Jahreskreis den Frühlingsbeginn an.

Während die mythologische Existenz ihrer Eltern sowie ihres Bruders unbestritten sind und mit ihren Äquivalenten Frigga, Odin und Thor eine Entsprechung in der nordischen Mythologie besitzen, wurden die Existenz Eostres, ebenso wie die Ostaras als Vorläufer des christlichen Osterfestes in der Vergangenheit wiederholt kontrovers diskutiert. Dabei geht die früheste schriftliche Erwähnung Eostres und ihres Hochfestes sogar auf einen englischen Kirchenhistoriker namens Beda Venerabilis zurück.

In seinem Werk „De temporum ratione“ aus dem Jahre 725 behandelte Beda ausführlich den christlichen Osterzyklus und stellte darin dessen Terminierung im römischen Jahreskalender entschieden in Frage. In diesem Zusammenhang bezog sich der Geistliche auf den germanischen Eosturmonath, der dem April entsprach.

„Der Eosturmonath, heute Passahmonat bezeichnet, war früher benannt nach einer ihrer Göttinnen, welche Eostre genannt wurde, zu deren Ehren Feste in diesem Monat gefeiert wurden. Jetzt benennen sie die Passahzeit mit ihrem Namen, womit die Freuden der neuen Feierlichkeit unter dem Namen der altehrwürdigen Göttinnenverehrung angerufen werden.“

Beda Venerabilis De temporum Ratione Kap. 15 (725 n. Chr.)

 

Narzisse, Narzissen, Narcissus, Osterglocken
Wie die Strahlen der Frühlingssonne: gelbe Blumen wie Narzissen gehören an Ostara einfach mit dazu

Das erste Licht am Frühlingsmorgen

Tatsächlich fällt Ostara jedoch mit der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche um den 21. März zusammen und Eostres Ursprünge reichen womöglich sogar weit über ihre Rolle als germanische Frühlingsgöttin hinaus. Auffallend ist beispielsweise ihre Namensähnlichkeit mit Eos, der griechischen Göttin der Morgenröte. Die Früherwachende fuhr früh am Morgen ihrem Bruder Helios mit ihrem eigenen Wagen am Himmel voraus und steht somit auch für die hellen Morgenstunden, die zum Zeitpunkt des Frühlingsbeginns wieder zeitig beginnen.

„Ostara, Eástre mag also Gottheit des strahlenden Morgens, des aufsteigenden Lichts gewesen sein, eine freudige, heilbringende Erscheinung, deren Begriff für das Auferstehungsfest des christlichen Gottes verwandt werden konnte.“

Jacob Grimm, Deutsche Mythologie (1835)

 

Ostara – Brauchtum und Rituale

Das Frühlingsfest Ostara thematisiert unverkennbar die Wiedergeburt der Natur sowie das wärmende, nährende und belebende Licht der Sonne. Erste Saaten im Garten beginnen zu keimen, es grünt wieder in Wald und Wiesen. Für Saatzauber und Saatsegen, etwa in Form einer Holzschale auf dem Hausaltar, die mit zur Aussaat bestimmten Samen gefüllt ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt.

Die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche bringt außerdem eine seltene Balance zwischen Licht und Dunkel, gefolgt von einer erleuchteten Saison des Überflusses und der Vielfalt. Alle Zeichen stehen auf Wiederbelebung und der erste große Frühjahrsputz des Jahres leitet eine vitalisierende Reinigung nach dem Winter ein. Zwei Symbole, die dabei besonders im Fokus der Ostara-Feierlichkeiten stehen, sind der Hase und das Ei.

Das Ei steht symbolisch für die Wiedergeburt, Fruchtbarkeit und das Potential keimenden Lebens. Speziell das Eigelb repräsentiert hierbei auch die Sonne und ihre einzigartige Kraft, die Natur zum Leben zu erwecken. Eierschalen werden zu Ostara nach altem Brauch als natürlicher Mineralstoffdünger im Garten ausgeworfen.

Tipp: Einige traditionelle Osterrezepte mit und ohne Ei sind auch für Ostara eine schöne Idee.

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Ob Ostern oder Ostara: leckere Eierrezepte sind Pflicht

Der Hase wiederum gilt bei den Kelten als der Göttin Eostre geweihtes Wildtier. Als Totemtier fungiert der Hase außerdem verschiedenen Mondgöttinen wie Hecate, Freyja und Holda. Die Hasenjagd ist daher während Ostara streng verboten, nicht zuletzt auch wegen Ostara-Sagen wie dieser:

 

Der Hase und die Göttin

Es war einmal, dass sich im Königreich der Tiere alle zu einem großen Frühlingstreffen einfanden. Als Ehrengast hatte sich niemand geringerer als die Göttin Eostre selbst für die Feierlichkeiten angekündigt. Und jedes Tier wollte der Göttin natürlich ein ganz besonderes Geschenk machen.

Nun gab es einige Tiere, die sehr reich waren. Andere hingegen waren sehr arm. Doch alle schwärmten aus, um ihre Geschenke vorzubereiten, denn nur die Besten waren der Göttin würdig. Der Hase war sehr aufgeregt, denn er war voller Bewunderung für Eostre. Und obwohl er sehr arm war, besaß er doch ein großzügiges Herz, daher würde er ihr das feinste Geschenk machen, das er finden konnte.

So eilte der Hase nach Hause, um zu sehen, was er der Göttin darreichen könnte. Er suchte überall, in den Regalen und unter dem Bett, aber er fand nichts. Außer einer Sache: einem einzigen Ei im Regal seiner Speisekammer. Der Hase nahm es, dekorierte es feierlich und nahm es mit sich auf das Frühlingsfest.

Er war sehr besorgt, dass es der Göttin nicht genügen könnte, hatten alle anderen Tiere doch prunkvolle Geschenke aus Gold und Silber und kostbaren Juwelen vorbereitet. Sie alle wurden Eostre der Reihe nach präsentiert, das Geschenk des Hasen aber war als Letztes dran. Schüchtern reichte er es der Göttin und sie nahm es, betrachtete es und blickte dann von dem Ei zu dem Hasen.

Da erkannte sie den ehrlichen Geist des Tieres und war tief ergriffen. Sie ernannte den Hasen darauf hin zu ihrem ganz besonderen Lieblingstier, hatte er ihr doch alles gegeben was er besaß.

 

Ostara, Heilsteine, Farben, Kräuter

Ostara – Farben, Heilsteine und Kräuter

Die Frühlingsfarben für Ostara sind Grün für die sprießende Natur und Gelb für das Licht der ersten warmen Sonnenstrahlen. Entsprechende Blumengestecke für die Feierlichkeiten werden wie zu Ostern gerne mit farblich passenden Frühlingsblumen wie Narzissen und Osterglocken, gelben Tulpen, Krokussen, Primeln oder Gerbera gestaltet. Ebenfalls nicht fehlen dürfen Weidenkätzchen, die traditionell zu Ostara geschnitten und gesteckt werden. Als wichtige Heilsteine gelten an Ostara:

  • Amazonit
  • Achat
  • Calcit
  • Bergkristall
  • Granat
  • Jade
  • Lapislazuli
  • Rosenquarz
  • Zitrin

 

Vor allem grüne und gelbe Heilsteine wie Jade, Moosachat, Honigcalcit und Zitrin passen hervorragend ins farbliche Konzept von Ostara. Sie sind für ihre reinigenden und nährenden Eigenschaften bekannt, was durchaus für ein festliches Reinigungsritual oder einen Samensegen für den Garten von Nutzen sein kann.

In der Küche, wie auch für traditionelle Riten und Bräuche werden an Ostara insbesondere Frühlingskräuter und aromatische Duftkräuter verwendet. Eine kleine Auswahl können hier folgende Kräuter sein:

  • Eiche
  • Estragon
  • Hartriegel
  • Holunder
  • Honigkraut
  • Kresse
  • Lavendel
  • Mädesüß
  • Majoran
  • Rainfarn
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Gerade Kresse, Majoran und Thymian bieten sich auch für leckere Eierrezepte oder deftige Ostaragerichte wie Jägerpfanne an. Aus Lavendel, Honigkraut und Eichenrinde lässt sich ein milder Ostara-Tee zubereiten. Grüne Kräuter eignen sich darüber hinaus, zum Herstellen von Naturfarben für das Bemalen von Ostara-Eiern.

 

Ostara Rezepte

 

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