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Kräuter-Spa – Zwischen Kräuterkur und Naturkosmetik

Die heilsame Kraft der Kräuter spielt in Sachen Wellness-Behandlungen eine zentrale Rolle. Dabei gibt es eine Fülle interessanter Anwendungsmöglichkeiten, die nicht nur tiefgreifende Gesundheitsbeschwerden kurieren, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden steigern können. Kräuter-Spa heißt das Zauberwort und ist unter Gesundheitsbewussten wie Beauty-Fans gleichermaßen beliebt.

 

Was genau ist Kräuter-Spa?

Der Wellness-Begriff „Spa“ leitet sich von dem belgischen Badeort Spa ab, der insbesondere im 16. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel zum Erholungsurlaub für Touristen aus ganz Europa war. Heutzutage bezeichnet Spa aber nicht nur Behandlungsmaßnahmen der Hydrotherapie. Vielmehr wird das Wort als Oberbegriff für die Gesamtheit gängiger Programmpunkte zur Wellness-Behandlung genutzt.

Kräuter-Spa bezeichnet hier im Grunde alle Wellness-Maßnahmen, die auf einer gezielten Anwendung von Kräutern basieren. Dadurch ergibt sich natürlich ein sehr breites Anwendungsspektrum, denn Wellnesskräuter kommen sowohl innerlich als auch äußerlich vielseitig zur Anwendung.

Die Ursprünge von Kräuter-Spa liegen ganz klar in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Dabei nutzen die Menschen schon seit der Steinzeit verschiedene Heilkräuter zur Behandlung von Krankheiten sowie zur Steigerung des Wohlbefindens. Speziell im Wellness-Bereich ist die Anwendung von Kräutern aber auch für Beauty-Kuren relevant, die darauf abzielen, natürliche Schönheit durch rein pflanzliche Wirkstoffe und Naturanwendungen zu fördern.

 

Kräuter-Wellness zur innerlichen Anwendung

Innerlich werden Kräuter im Bereich Wellness & Spa vor allem im Rahmen von Ernährungskuren wie der Frühjahrskur eingesetzt. Daneben gibt es aber auch aromatische Kräuterbehandlungen mit innerer Wirkung.

 

Ernährungskur mit Kräutern

In der kräuterbasierten Ernährungskur denkbar sind zum Beispiel Detox-Kuren mit verdauungsfördernden, stoffwechselanregenden und entwässernden Kräutern zur Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Wichtigste heilpflanzliche Hilfsmittel sind hier Teekräuter und heilsame Gewürzkräuter. Ebenso lässt sich mit Kräutern in der Ernährungskur das Immunsystem stärken. Zu den wichtigsten Kräutern gehören hier unter anderem:

Abgesehen von unverarbeiteten Kräutern gibt es auch so manches Kräuterpräparat zum Einnehmen. Bestens bekannt sind Nahrungsergänzungsmittel, die heilsame Wirkstoffe aus Kräutern enthalten. Und auch so manches Kräutertonikum, etwa Wermuttrank oder Melissengeist lassen sich durchaus im Zuge von Kräuter-Spa anwenden.

 

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Klassischer Detox-Tee für die Ernährungskur: Ingwer-Tee mit Zitrone

Rasayana – Ernährungskur nach Ayurveda-Konzept

In zahlreichen Wellness-Zentren und Ayurveda-Retreats ist Rasayana das Standardkonzept für Ernährungskuren mit Kräutern. Es handelt sich hierbei um die traditionelle Anwendung von Ayurveda Kräutern. Diese sind fester Bestandteil der ayurvedischen Philosophie einer ganzheitlichen Therapie durch gesunde Ernährung.

Rasayana betrachtet den Gesundheitszustand als eine individuelle Komposition verschiedener Konstitutionsmerkmale, den sogenannten Doshas Vata, Pitta und Kapha. Sie sind im Ayurveda verschiedenen Körperfunktionen zugeordnet, die je nach Dosha-Typ eine gewisse Dominanz persönlicher Stärken und Schwächen in Bezug auf Verhaltensweisen und Gesundheitsaspekte vorgeben.

So zeichnet sich der Kapha-Typ beispielsweise durch Ruhe und Beständigkeit aus, neigt jedoch aus eben jenem Grund auch zur Trägheit, was Übergewicht befördern kann. Der Vata-Typ wiederum ist sehr agil und aktiv, tendiert deshalb jedoch auch zu unregelmäßigem Essverhalten und Untergewicht.

Gesundheitsbeschwerden stehen gemäß Rasayana fast immer mit einem Ungleichgewicht der Dosha-Konstitution in Verbindung.  Neben Alltagstraining wie Yoga lässt sich die Balance der Doshas dabei auch durch Kräuter zum Positiven beeinflussen lässt. Je nach Konstitution können dabei verschiedene Kräuter ein Übermaß an Vata, Pitta oder Kapha beseitigen.

Dazu nutzt man unter anderem auch solch berühmte Gewüzrmischungen wie Garam Masala. Und auch ayurvedische Getränke wie Goldene Milch sind in der Rasayana-Kur praktisch Pflicht.

 

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Zwei traditionelle Gewüzrmischungen einer Rasayana-Kur: Garam Masala und Curry

Kräuter-Spa mit Aromatherapie 

Ein sehr besonderes Element der innerlich angewandten Kräuter-Wellness ist die sogenannte Aromatherapie. Darunter versteht man das Inhalieren ätherischer Kräuterdämpfe. Meist erfolgen aromatherapeutische Maßnahmen unter Verwendung von Duftöl, Massageöl oder Räucherstäbchen. Doch auch rituelle bzw. spirituelle Aromatherapie mit Smudge Sticks ist denkbar.

Sowohl Räucherwerk als auch aromatische Massageöle und Duftextrakte enthalten pflanzliche Aromastoffe (Phenole), die an körpereigene Geruchsrezeptoren andocken. Je nach Aromastoff können diese mitunter hochkomplexe Vorgänge im Körper auslösen. Dadurch lassen sich mitunter sogar Selbstheilungsprozesse in Gang setzen. Darüber hinaus enthalten die ätherischen Öle verschiedener Duftkräuter auch selbst medizinische Wirkstoffe.

Das gilt zum Beispiel für Räucherharze wie Weihrauch oder Myrrhe, die wegen ihrer antibiotischen Wirkung seit der Antike als desinfizierendes Räucherwerk in Gebrauch sind. Neben diesen gehören zu den wichtigsten Duftkräutern für die Aromatherapie:

 

Ergänzend dazu gibt es heutzutage eine Fülle an Wellness-Räuchermischungen, die sich beispielsweise an Ayurveda-Düften, Feng-Shui-Düften oder spirituellen Räucherdüften orientieren. Das gilt zum Beispiel für Sandelholz.

 

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Eines der wohl kultigsten Duftkräuter aus der Aromatherapie: Ylang-Ylang

Kräuter-Spa zur äußeren Anwendung

Ein zentrales Thema spielt in Sachen Wellness & Spa die Beauty-Kur. Diese erfolgt in der Regel ausschließlich mit Naturkosmetik. Ein wahres Paradies für Kräuterfans, denn die naturkosmetischen Wirkstoffe sind überwiegend heilpflanzlichen Ursprungs.

Seien es Produkte zur Haarpflege, Hautpflege oder Nagelpflege – das Lexikon der pflanzlichen Schönheitselixiere ist umfangreich. Einige Rezepturen haben sich diesbezüglich besonders bewährt.

 

Cremes und Salben mit Kräuterzusätzen

Ob gegen Hautkrankheiten, Hautirritationen, trockene, fettige oder sensible Haut, Kräuterrezepte für pflanzliche Cremes und Salben gibt es viele. Meist werden zur Herstellung Kräuteröle und Pflanzenbutter genutzt, die neben Kräutern auch aus ölhaltigen Früchten und Nüssen wie der Avocado, Kokosnuss, Mandel oder Olive stammen.

Dabei sind Pflanzenöle grundsätzlich reich an Omega-Fettsäuren, welche die Haut in besonderem Maße pflegen. Indem sie die Zellregeneration der Haut anregen, die natürliche Hautbarriere stärken und in den Dermalschichten antioxidative Wirkung entfalten, klären die Hautöle das Hautbild und können sogar bei chronischen Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte Linderung verschaffen.

Außergewöhnlich heilsames Potenzial besitzen diesbezüglich auch die Wirkstoffe einiger Kräuter. Gerade die Ringelblume alias Calendula ist hier häufig als Kräuterzutat Nummer 1 für pflegende Hautcremes und -salben anzutreffen, weil sie die Haut beruhigt und Irritationen reduziert. Zutaten wie Gurke oder Aloe vera spenden der Haut wiederum Feuchtigkeit, was Hauttrockenheit vorbeugt. Insgesamt lassen sich folgende wertvolle Heilkräuter für hautpflegendes Kräuter-Spa empfehlen:

 

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Kaum ein Heilkraut ist als Zutat für natürliche Hautcremes so beliebt wie Calendula

Pflanzliche Gesichtsmasken und Peelings

Die oben genannten hautfreundlichen Kräuter dürfen auch gerne als Zutat für pflegende Gesichtsmasken mit einfließen. Üblicherweise verwendet man hier außerdem natürliche Mineralstoffe wie Heilerde oder Algenextrakt. Diese reinigen die Poren und versorgen die Haut mit wichtigen Nährstoffen. Das gilt auch für Quarkmasken und Honigmasken (v.a. mit Manuka-Honig), die als entzündungshemmend und hautberuhigend gelten.

Was Gesichtspeelings angeht, so kombiniert man hautpflegende Kräuterextrakte gerne mit Salz. Dessen grobe Körnung entfernt erfolgreich Hautschuppen und fördert durch sanften Massageeffekt die Hautdurchblutung. Darüber hinaus enthalten Salze auch verschiedene Mineralstoffe, die wie Heilerde und Co. die Nährstoffversorgung der Haut verbessern.

In diesem Zusammenhang gibt es Überschneidungen von Kräuter-Spa mit der Hydrotherapie, die unter anderem auf Meersalz als Wellness-Utensil setzt. Doch auch Himalayasalz kommt als Basis für Gesichtspeelings gerne zum Einsatz.

 

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Eine hervorragende Kombination für die Beauty-Kur: Während Salz ein wunderbares Peeling abgibt, sorgen Kräuteressenzen im Peeling für zusätzlichen Pflegeeffekt

Pflanzliche Haarkuren und Haarwasser

Pflanzliche Öle spielen auch in der Haarpflege eine wichtige Rolle, denn sie glätten die Haarfollikel und wirken feuchtigkeitsspendend auf die Kopfhaut. So lässt sich Haarspliss, trockenem Haar und Schuppen erfolgreich vorbeugen. Allerdings sind ölhaltige Haarkuren nicht für jeden Haartyp geeignet.

Während krauses und lockiges Haar nämlich förmlich nach Haaröl und Haarbutter lechzt, um nicht auszutrocknen, wird feines, dünnes und glattes Haar durch Ölkomponenten schnell fettig, wirkt ungepflegt und verliert an Volumen. Besser geeignet ist hier Haarwasser, etwa aus pflegenden Kräuterextrakten wie

 

Gerade Rosmarinwasser erfreut sich in der Haarpflege inzwischen großer Beliebtheit. Denn das Kräuterextrakt kann nachweislich Haarausfall vorbeugen und dünnem Haar mehr Volumen verleihen.

Tipp: Auch Reiswasser und Heilerde sind als Haarkuren ideal. Gleiches gilt für einige fermentierte Getränke und Pflanzenextrakte, darunter Apfelessig, Bier und Rotwein.

 

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Immer öfter mit von der Partie: Naturseife fürs Kräuter-Spa

Natürliches Badesalz und Naturseifen

Zwei der kunstvollsten Beauty-Rezepturen, die sich sogar als Wellness-Geschenk hervorragend machen, sind Badesalz und Naturseife. Beide Naturkosmetika entwickeln eine umso größere Pflegewirkung, je mehr man sie mit Kräutern und Kräuterextrakten durchsetzt. Gerade Naturseife profitiert enorm von Kräuterzusätzen, die der Seife in vielen Fällen auch einen natürlichen Peeling-Effekt und, bei Zusatz ätherischer Öle, auch einen einzigartigen Duft verleihen.

Bei Badesalz kann man Kräuteressenzen in Form ätherischer Öle ebenfalls zusetzen. Darüber hinaus gibt es diverse pflanzliche Naturfarben, mit denen sich sowohl Badesalz als auch Naturseife optisch ansprechend einfärben lassen. Alternativ dazu kann man zum Einfärben auch mineralische Pigmente nutzen.

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